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Flugplatz als Arbeitgeber

 
 

Flugplätze der Allgemeinen Luftfahrt sind bedeutsame Gewerbestandorte. Denn sie sind nicht nur Arbeitgeber für unmittelbar mit dem Flugbetrieb verbundene Tätigkeiten. Viele Betriebe und Unternehmen, die häufig einen direkten Zugang zum Vorfeld des Flugplatzes benötigen, haben sich an Verkehrslandeplätzen und Regionalflughäfen angesiedelt. Dies ist mit erheblichen Einkommens- und Beschäftigungseffekten für das Umland des Flugplatzes verbunden.

Mit dem Flugbetrieb verbundene Tätigkeiten

Für die Abwicklung des Flugbetriebs an einem Flugplatz können Fluglotsen, Beauftragte für Luftaufsicht oder Flugeiter zuständig sein.

Größere Flugplätze verfügen häufig über eine Kontrollzone. An solchen Flugplätzen überwachen Fluglotsen (Towerlotsen) den Flugbetrieb. Sie genehmigen das Ein- und Ausfliegen in die Kontrollzone, können Flughöhen zuweisen, Richtungsänderungen anordnen oder zum Fliegen von Warteschleifen auffordern. Häufig kommt an solchen Flugplätzen weiteres Personal für die Bodenabfertigung zum Einsatz, das z.B. Flugzeugen ihre Parkposition zuweist, diese betankt oder Passkontrollen durchführt.

"Tower" von Stendal Follow Me im Einsatz

An unkontrollierten Flugplätzen wird der Flugbetrieb dagegen von Beauftragten (BfL)  für Luftaufsicht bzw. Flugleitern abgewickelt. Flugleiter und BfL unterscheiden sich  durch ihre Rechtsgrundlage. Während Flugleiter als Vertreter des Platzhalters fungieren, ist der Beauftragte für Luftaufsicht ein Vertreter der Landesluftfahrtbehörde am Platz.

Im Gegensatz zu Fluglotsen haben BfL oder Flugeiter bei der Abwicklung des Flugbetriebs nur eine beratende Funktion und dürfen keine verbindlichen Anweisungen geben, es sei denn, sie müssen unmittelbare Gefahen für den Flugverkehr abwehren. Des weiteren sind sie zuständig für die Übermittlung von Start- und Landemeldungen an die Deutsche Flugsicherung (DFS), das erheben von Landegebühren und der Dokumentation des Flugbetriebs. Bei Unfällen müssen sie Rettungsaktionen einleiten und koordinieren.

Je nach Größe des Flugplatzes fallen weitere Verwaltungsaufgaben an, für die entsprechendes Personal bereitgestellt wird.

Gastronomie

Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt die Gaststätte an einem Flugplatz. Sie ist nicht nur touristisches Ausflugsziel für Fußgänger oder Radfahrer. Gerade für Privatpiloten hat sie bei der Wahl des Flugziels eine hohe Bedeutung. Eine gute oder schelchte Gaststätte kann also die Flugbewegungen an einem Flugplatz deutlich beeinflussen.

"Fliegerhorst" Flugplatzrestaurant

Herstellung und Vertrieb von Luftfahrzeugen

Deutschland ist führend im Bereich der Flugzeugherstellung - vor allem in den Sparten "Ultraleicht" und "Segelflug". Insgesamt gibt es in Deutschland 3 Hersteller von Motorflugzeugen, 14 Ultraleichtflugzeug-Hersteller und 5 Hersteller von Segelflugzeugen.

Außerdem gibt es deutschlandweit 13 Händler, die sich auf den Vertrieb von Motorflugzeugen spezialisiert haben.

Produktion Segelflugzeuge Produktion Segelflugzeuge

Luftfahrttechnische Betriebe

Luftfahrttechnische Betriebe kümmern sich um die Wartung von Flugzeugen. Sie führen die vorgeschriebene Kontrollen und Jahresnachprüfungen (vergleichbar mit dem TÜV beim Auto) durch, nehmen große und kleine Reparaturen vor, wechseln Triebwerke oder Propeller, bauen neue Instrumente ein etc.

Luftfahrttechnischer Betrieb Motorenkontrolle

Flugschulen

Auf Flugplätzen in ganz Deutschland findet man Flugschulen, die Flugschüler zum Piloten ausbilden. Vor allem im Bereich des Motorflugs wird die Ausbildung häufig an Flugschulen durchgeführt. Die Angebote reichen von der Lizenz für Privatflugzeugführer über Nachtflug- und Instrumentenflugberechtigung bis hin zum Berufspilotenschein (CPL) oder der Verkehrspilotenlizenz (ATPL). Reine Segelflugschulen sind dagegen eher selten. Hier findet die Ausbildung am häufigsten in Luftsportvereinen statt.

Flugvorbereitung An der Tankstelle

Luftfahrtunternehmen (Executive Charter)

Die Geschäftsluftfahrt ist eine Branche mit hohem Wachstumspotentional. Denn immer häufiger nutzen nicht nur Großkonzerne, sondern auch mittelständische Unternehmen die Vorteile der individuellen Reismöglichkeit. Die Zahl der Vercharterer von Business-Flugzeugen und Helikoptern, die an Flugplätzen angesiedelt sind wächst daher ständig. Mittlerweile gibt es deutschlandweit über 100 Anbieter.

Weitere Dienstleistungen, die Luftfahrtunternehmen anbieten, sind z.B. Kranken- oder Frachtflüge, Rundflüge oder das Schleppen von Werbebannern.

Zeppelin NT Bannerschlepp

Werkverkehr

Als Werkverkehr bezeichnet man die Beförderung von Personen oder Gütern für eigene Unternehmenszwecke. Werkverkehr ist für viele Unternehmen eine individuelle Reisemöglichkeit mit einem firmeneigenen Luftahrzeug. Ein wesentlicher Unterschied zum Executive Charter (Taxiverkehr) ist, dass beim Werkverkehr kein Entgelt erhoben wird. Über 45.000 Motorflugbewegungen pro Jahr sind dem Werkverkehr zuzurechnen.

Werkverkehr spielt im Bereich der Allgemeinen Luftfahrt vor allem dann eine Rolle, wenn die überregionale Straßen- und Schienenverbindung nicht ausreichend ausgebaut ist. Beispiele für regional wirksame Flugplätze mit Werkverkehr sind:

Flugplatz Allendorf/Eder  Viessmann-Werke 

7.400 Arbeitsplätze weltweit

Flugplatz Schwäbisch-Hall  Würth-Gruppe 

50.000 Arbeitsplätze weltweit

Flugplatz Speyer BASF 

95.000 Arbeitsplätze weltweit

 

Falcon 50 der Würth AG Flugplatz Allendorf-Eder der Viessmann Werke

Bundespolizei / Polizeihubschrauberstaffeln

Die Bundespolizei (BPOL) - früher Bundesgrenzschutz - betreibt die Hubschrauberstaffel in Europa (Funkrufname "Pirol"). Sie unterteilt sich in die Fliegerstaffeln Nord, Ost, Mitte, Süd, West mit jeweils ca. 100 Mitarbeitern.

Zu den Aufgaben der Bundespolizeifliegerstaffel gehören:

  • Unterstützung bei der Überwachung von Grenzen und Bahnanlagen
  • Unterstützung bei größeren polizeilichen Anlässen durch Überwachung und Führung von Einsatzkräften aus der Luft, sowie Lufttransport
  • Unterstützung bei der Suche nach vermissten Personen und bei Fahndungsmaßnahmen
  • Unterstützung bei größeren Gefahren- und Katastrophenlagen, zum Beispiel Waldbränden, Hochwasser etc.
  • Transport von Staatsgästen, Politikern und gefährdeten Personen

Die BPOL betreibt auch verschiedene Hubschrauber für den Zivilschutz und Rettungsdienst (Funkrufname "Christoph"). 

Darüber hinaus verfügt fast jedes Bundesland über eine eigene Polizeihubschrauberstaffel.

Bundespolizei Rettungshubschrauber "Christoph"