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Fly-In zum Erhalt von Tempelhof

 
 

Oktober 2007 - Der Flughafen Tempelhof soll nach dem Willen des Berliner Senats im Herbst 2008 geschlossen werden. Nach dem Willen der Mehrheit der Berliner und all derjenigen, die Luftfahrtsachverstand haben, muss Tempelhof aber unbedingt erhalten bleiben!

Sundus Rifaat, geborener Berliner und heute in Hessen lebend, will sich mit der Schließung nicht abfinden und wollte für den Erhalt von Tempelhof etwas tun. Nicht nur Meckern, mal einen Leserbrief schreiben: Ein großes Fly-In sollte es werden, idealerweise mit über 100 Flugzeugen, mit Vertretern aus der Politik und richtig großem Medienecho. Vorlaufzeit für die Planung? Nur etwa vier Wochen.

Das hört sich nach einer "Mission Impossible" an. Aber Sundus Rifaat, die ICAT und die AOPA-Germany waren sich schnell einig: Das versuchen wir gemeinsam! Auch wenn es natürlich kritische Stimmen gab: "Bekommt Ihr das sicher hin? Was ist, wenn etwas Negatives passiert? Was macht Ihr mit Negativschlagzeilen?" Aber wir haben es einfach gemeinsam angepackt. Durch die AOPA-Rundmail haben wir den Aufruf von Sundus Rifaat und mit Tips für das Verhalten in der Luft und am Boden den glatten Ablauf erleichtert. Die ICAT hat vor Ort das gesamte Bodenprogramm mit Presse, Unterkunft und Abendprogramm organisiert.

Heute sind sich alle Beteiligten des Fly- Ins einig: Das Event war ein sehr großer Erfolg, weil alle Beteiligten perfekt zusammengespielt haben! Mehr als 180 Flugzeuge und ihre Besatzungen landeten am 15. und 16. September auf dem Berliner Stadtflughafen und machten sich für seinen Fortbestand stark. Bewegungszahlen, die es zuletzt zu den Zeiten der Berliner Luftbrücke gab! Die Resonanz der Bevölkerung und der Medien war überwältigend. Ein ICAT Vertreter sagte, dass er noch nie solch eine positive Presse auf eine Pro-Tempelhof-Veranstaltung erlebt hat. Vermutlich mochte es auch die Presse nicht, dass sie von der Flughafengesellschaft mit allen Mitteln vom Vorfeld verbannt werden sollte. Aber es war natürlich kein Problem diese Anordnung auszuhebeln, die Reporter als Passagiere in Begleitung der Piloten zu den Flugzeugen zu bringen. Zudem standen auch hunderte von begeisterten Berlinern mit Ferngläsern und Kameras am Flughafenzaun, als unsere Flugzeuge im Minutentakt einschwebten, was auch den Reportern nicht entging.

Flight Line in Tempelhof Einige der fast 200 teilnehmenden Flugzeuge

AOPA-Präsident Prof. Giemulla sprach vor den Teilnehmern diese Unterstützung Tempelhofs durch die Bevölkerung an:

"In Berlin ist manches andersherum als im Rest der Republik: Vielerorts will die Bevölkerung einen Flughafen nicht, Politik und Verwaltung müssen die Menschen schon fast zu ihrem Flughafen zwingen. Nur in Berlin will die Bevölkerung den Flughafen Tempelhof, aber Politik und Verwaltung möchten ihn schließen. Eine verkehrte Welt!"

Besonders erfreulich war, dass sich Smudo von der Hip-Hop-Gruppe "Die Fantastischen Vier" gegenüber Reportern schon im Vorfeld als Privatpilot outete und seine Motivation für die Teilnahme am Pro-Tempelhof Fly-In überaus eingängig erklärte: "Eine Metropole wie Berlin braucht einen innerstädtischen Flughafen." "Smudo fliegt auf Tempelhof", das war genau die Schlagzeile, durch die die Medien wach wurden, sogar die Online-Ausgaben des Spiegels, der Welt, des Tagesspiegels und der Berliner-Zeitung berichteten. Schon beim Aussteigen aus seiner Bonanza wurde Smudo von Reportern umlagert, geduldig gab er Interview um Interview und präsentierte sich auch auf unserem gemeinsamen Gruppenfoto.

Smudo umlagert von der Presse v.l.n.r.: Dr. Michael Erb (AOPA), Sundus Rifaat, Hip-Hop-Star Smudo, Prof. Elmar Giemulla (AOPA)

Auch die Berliner CDU zeigte Präsenz: Oppositionsführer Friedbert Pflüger persönlich ließ es sich nicht nehmen am GAT viele der Teilnehmer persönlich mit Handschlag zu begrüßen und sich bei ihnen für ihr Engagement zu bedanken. Er versprach, dass seine Partei Tempelhof nicht aufgeben und das Volksbegehren zum Erhalt des Flughafens mit voller Kraft unterstützen wird.

Friedbert Pflüger im Gespräch mit den Medien Die imposante "Wand" der Tempelhof Befürworter

Dieses Volksbegehren, auf dem nunmehr die Hoffnungen der Flughafen-Befürworter ruhen, wurde von der ICAT seit vielen Monaten angestrebt und am 17. September mit einem förmlichen Antrag beim Landeswahlleiter gestartet, nachdem das Berliner Abgeordnetenhaus die Ziele des Volksbegehrens offiziell abgelehnt hatte. 170.000 Berliner müssen sich nun zu Tempelhof bekennen, ein deutliches Zeichen setzen, das die Berliner Regierung einfach nicht ignorieren darf.

Ein großes Kompliment gilt den DFS-Lotsen, die den hohen Verkehr souverän und vollkommen ruhig abgewickelt haben. Unsere Flugzeuge landeten zu Spitzenzeiten im Minutentakt! Der Tower richtete hierfür eine zweite Arbeitsfrequenz ein, wodurch die Belastung bestens abgefedert wurde. Aber auch unsere Piloten haben sich sehr diszipliniert und professionell verhalten und sich als wahre Botschafter der Allgemeinen Luftfahrt präsentiert.

Vor allem wollen wir uns aber bei Sundus Rifaat bedanken, der sich unglaublich engagiert, in kürzester Zeit, mit viel Optimismus und ansteckend guter Laune diese großartige Veranstaltung organisiert hat. Ein Offener Brief an den Regierenden Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit, in dem die guten Gründe für die Offenhaltung Tempelhof noch einmal zusammengefasst sind, wurde von über 500 Sympathisanten des Fly-Ins unterschrieben.

Wenn alles klappt, fliegen wir im Herbst 2008 wieder nach Berlin, feiern die Offenhaltung Tempelhofs und den 60. Geburtstag der Berliner Luftbrücke!

 
   


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